Kindheit auf Gran-Canaria

Ein Leben, mein Leben in Wort und Bild


Meer und Rosmarin

Gran Canaria

Die Jahre von 1942 bis 1953

 

Düfte haben schon immer einen großen Platz in meinem Leben eingenommen. Ich wage sogar zu sagen, sie haben mein Handeln stark beeinflusst. Ich liebe den Duft der Rosen; also habe ich fünfzig Rosensorten in meinem Garten. Düfte entwickeln in mir Erinnerungen, Sympathien oder Antipathien. Aus diesem Grund werde ich meinen Lebensabschnitt auf Gran Canaria nicht chronologisch beginnen sondern mit einer Geschichte über den Duft von Rosmarin anfangen.

 

In den Jahren von 1970 bis 1980 lebte ich mit meinem Mann Carlos und den fünf Kindern am Holzhamer Bogen in Otterfing. Ich koche mit Leidenschaft gerne und so gehören Kräuter und Gewürze zu meinem Alltag. Eines Tages verlangte ein neues Rezept Rosmarin in Pulverform. Bis zu diesem Tag, hatte Rosmarin noch nicht den Weg in meine Küche gefunden. Also kaufte ich eine Streudose mit Rosmarinpulver. Ich öffnete diese und ihr Duft hätte mich bald umgehauen. Mit einem Schlag war die Erinnerung an das erste Haus da, das meine Eltern im Landesinnern von Gran Canaria, im Campo, für den Sommer gemietet hatten. Endlich wusste ich nun, dass die Sträucher entlang der Stufen, die von der Straße zum Haus führten, Rosmarinsträucher waren. All die Jahre hatte ich den Rosmarinduft in mir bewahrt, ohne die Sträucher identifizieren zu können. Das Haus befand sich in Monte Coello. In diesem Haus wohnten wir in den 3 Monaten der großen Ferien, also Juli, August und September 1944 und 1945. Viele Erinnerungen sind mir an jene Zeit geblieben. Das Haus war an einem Hang gebaut. Oberhalb des Hauses verlief eine Anliegerstraße. Unterhalb ein Weg, der in das Angostura-Tal führte. Zwei eiserne Türen grenzten das Grundstück in beide Richtungen ab. Der Weg der ins Angostura-Tal führte war durch Weintraubenfelder die auf picón (Lava) wuchsen gesäumt. Zäune oder Mauern, die die Weintraubenfelder von Räubern beschützen sollten, gab es nicht, dafür aber Agaven und stacheliges Brombeergewächs. Mit meinem Vater habe ich Wanderungen in das Tal unternommen und so manches Mal pflückten wir die süßen Brombeeren.

 

 

Hier einige Zeichnungen des Malers P. de Josselin de Jong die er ins Gästebuch meiner Eltern gezeichnet hat

Der Eingang von oben mit Rosmarinsträuchern und Kletterpflanzen
Der Eingang von oben mit Rosmarinsträuchern und Kletterpflanzen
Blick auf das Haus von unten
Blick auf das Haus von unten
Blick von der Terrasse ins Angostura Tal
Blick von der Terrasse ins Angostura Tal

Und hier einige Fotos die ich im Jahr 2008 von dem Haus und der Umgebung gemacht habe. Sämtliche Nachbarhäuser sind vollkommen gut erhalten, nur, das Haus in dem wir gewohnt haben, ist am Verfallen. Schade!

Haus in Monte-Coello von oben gesehen
Haus in Monte-Coello von oben gesehen
Haus in Monte-Coello von Unten gesehen
Haus in Monte-Coello von Unten gesehen

Das Angostura-Tal
Das Angostura-Tal
Heutige Straße ins Angostura-Tal
Heutige Straße ins Angostura-Tal


BALD GEHT ES WEITER