Viktoria

Das Leben einer Saengerin


Von Emma Trulsson 11.07.2016

Liebe Karin, heute habe ich dein Buch "Viktoria, das Leben einer
Sängerin" zu Ende gelesen.
Es ist ein wunderbarer Roman. Ich bin sowas von fasziniert und ergriffen. Das kann nur eine Autorin niederschreiben, die selbst zutiefst von der Musik und vom Malen begeistert ist. Danke für den wunderbaren Roman.

Emma


Von Antonio 12.03.2014

Es ist schon lange her, dass ich meine Stimme habe ausbilden lassen. Leider war sie nicht so gut, dass ich an der Mailänder Scala singen durfte. Aber meine Liebe zur Musik habe ich dadurch nicht verloren. Ich lese viele Bücher die mit Musik zu tun haben und so auch „Viktoria, das Leben einer Sängerin“. Sehr lebendig und gut geschrieben. So kann nur jemand schreiben, der selber gesungen hat.

Danke für die wunderbaren Stunden mit Ihrem Buch

 

Antonio


Von Sabrina Klaussen-Escher 04.02.2014

Hallo Frau Steinberg-Berge,

ich habe bereits „Begegnung auf Amrum“ gelesen und bin so begeistert, dass ich alle Ihre Bücher lesen möchte. Da ich Gesang studiert habe, hat mich natürlich ihr Buch „Viktoria, das Leben einer Sängerin“ interessiert. Ich finde die Erzählform aus der Sicht von dem Musik-Kritiker Alwin Konrad einerseits und von der Sängerin Viktoria andererseits sehr gut. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Leben von Menschen die im Rampenlicht stehen, sich sehr unterscheidet von dem was über sie öffentlich publik gemacht wird. Ich glaube auch, dass Sie selber Gesang studiert haben, denn das was sie schreiben, entspricht dem, was ich als Sängerin erfahren habe. Wirklichkeit und Illusion haben Sie in Ihrer Erzählung verknüpfen können. Aber wir wissen, dass das nur sehr selten der Fall ist.

All denen, die Gesang zum Beruf machen möchten, empfehle ich Ihr Buch.

Einen lieben Gruß

Sabrina


LESEPROBE

Der Kritiker und Biograf

Alwin Konrad schreibt

1. Aufzeichnung

Viktoria Nölten verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit in einem so genannten Wäldchen. Es war nicht ein richtiger großer Wald, in dem sie spielte, sondern der ziemlich verwahrloste Garten eines Münchner Reihenhauses. Doch für Viktoria war es eben ein Wald voller Wunder. Dort hüpfte, rannte, sang sie, denn sie versuchte, es den Vögeln gleich zu tun, die zwitschernd von Ast zu Ast flogen. Manchmal blieb sie stehen, schaute hinauf zu den Bäumen und lauschte andächtig.

Ihre Eltern, beide Musiker, hatten weder Zeit noch Lust, den winzigen Garten zu pflegen. Auch die Betreuung ihrer Tochter Viktoria nahmen sie nicht so genau: Als die Kleine noch ein Säugling war, blieb sie viele Stunden sich selbst überlassen. Vater und Mutter waren schnell darauf gekommen, dass Viktoria nie weinte, wenn sie den Kinderwagen unter das üppige Laub der Bäume stellten. Selbst bei Regen brachten die musizierenden Eltern ihr Kind in den Garten. Sie stellten den Kinderwagen unter einen roten Sonnenschirm mit weißen Tupfen, und während die Regentropfen auf den Schirm prasselten, schlief das Baby ganz friedlich.

Da sie selbst nie regelmäßig ihre Mahlzeiten einnahmen, wurde manchmal Viktoria für kurze Zeit vergessen, zumal sie sich im Garten ruhig verhielt. Es konnte vorkommen, dass sich die Mutter - von Beruf Pianistin und Musikpädagogin - mitten in einer Klavierstunde plötzlich an ihr Kind erinnerte. Sie sprang dann jäh auf, ließ ihren Schüler alleine weiter klimpern, lief schuldbewusst zu ihrem Kind, nahm es in die Arme, busselte es ab, entschuldigte sich laut bei ihm. Während sie den Schüler weiter unterrichtete, gab sie Viktoria die Brust; nicht selten geschah es, dass der Schüler das Baby kurz halten musste, damit die Mutter ihm eine Passage des Musikstückes vorspielen konnte. Das waren die einzigen Momente, da Viktoria sich beschwerte, indem sie kräftig schrie - denn welcher Säugling mag von einer warmen, von Milch triefenden Mutterbrust, in die ungelenken Arme eines Schülers wechseln; dass Viktoria trotzdem prächtig gedieh, grenzt an ein Wunder. Nie erkrankte sie ernstlich: Masern, Scharlach, Keuchhusten, Windpocken kamen und gingen schnell vorüber und hinterließen außer ein oder zwei unruhigen Nächten keine Spuren.

Wenn andere Eltern zu Chamomilla oder Beruhigungszäpfchen griffen, wenn sie versuchten, die Blähungen ihres Babys mit Fencheltee zu vertreiben, schoben Viktorias Eltern den Kinderwagen unter die Bäume, in denen die Vögel sangen, und siehe da, Viktoria hörte sofort auf zu schreien. Natürlich griffen die Eltern nur in den warmen Jahreszeiten zu dieser ungewöhnlichen Methode. Im Winter ließen sie einfach ständig Musik aus dem Radio oder Kassettenrekorder laufen, um die gleiche beruhigende Wirkung zu erreichen, die der Gesang der Vögel und die Geräusche im Freien erzielten.

Dass Viktoria in ihrer Kindheit den winzigen Garten für einen großen Wald hielt, war nicht verwunderlich, denn kein Einziger der vielen Sträucher oder Bäume hatte je Bekanntschaft mit einer Gartenschere gemacht. Im Laufe der Jahre wurde der Garten so schattig, dass der Rasen nicht einmal mehr gemäht werden musste: Moos hatte nach und nach vom Boden Besitz ergriffen. Für Vögel bedeutete diese Oase, inmitten der vielen akkurat gepflegten, geschnittenen, gedüngten, gesprühten Reihenhausgärten, ein Paradies. Wie sich später erwies, hatte dieses Kleinod mitten in der Großstadt nicht nur für die zwitschernde Schar eine günstige Wirkung, sondern ebenso für Viktoria, dem kleinen Mädchen, welches später eine berühmte Sängerin werden sollte.

Viktoria begann sehr zeitig zu laufen, und zwar mit einer für ihr Alter ungewöhnlichen Geschicklichkeit. Während die meisten Kleinkinder eine recht lange Übergangszeit benötigen, um aus der Horizontalen in die Vertikale zu gelangen, genügten Viktoria nur wenige Tage. Das lernte sie so schnell, weil sie versuchte, es den vielen Vögeln nachzumachen: Die Vögel flogen in den dichten Kronen der Bäume von Ast zu Ast, Viktoria lief darunter hin und her und juchzte dabei vor lauter Übermut. Manchmal hielt sie inne, blieb stehen, schaute hinauf zu den Wipfeln, hörte sich für kurze Zeit den Vogelgesang an, um danach noch getreuer die Stimmen nachzuahmen, noch schneller umher zu rennen.

So verlief Viktorias Kindheit. Ihre Welt war und blieb der Garten, ihre Freunde waren und blieben die Vögel. Als sie sich später an ihre Kindheit erinnerte, kam es ihr vor, als ob der verwahrloste Reihenhausgarten ein großer Wald gewesen wäre.

Viktoria fügte sich willig in den Alltag ihrer Eltern ein, der außer Schlafen und Essen hauptsächlich aus Musizieren bestand, wobei die unangenehmen Arbeiten, die zum täglichen Einerlei gehören, schnell und problemlos erledigt wurden. Viktorias schulische Leistungen nahmen nie, wie sonst üblich, den ersten Platz im Leben dieser kleinen Familie ein. Das Mädchen lernte, die schulischen Anforderungen rasch und gut zu erledigen; die dadurch gewonnene Freizeit nutzte sie zum Musizieren. Einmal in der Woche bekam sie Klavierunterricht, den ihr ein Musiklehrer des Münchner Konservatoriums erteilte. Aber wenn sie auch ihr Pensum willig absolvierte, verwendete sie die erworbenen Kenntnisse und ihre Geschicklichkeit eher um zu improvisieren, um die draußen gehörten Vogelstimmen in Melodien zu verwandeln.

Ihr musikalisches Debüt gab sie im zweiten Schuljahr: Bei einem Schülerkonzert durfte sie einige der von ihr selbst komponierten Lieder vorsingen und sich gleichzeitig am Klavier begleiten. Dieser Tag, dieses Ereignis, wurde jedoch nicht allzu wichtig genommen.

Mit acht Jahren verkündete Viktoria ihren Eltern beim Mittagessen: »Ich werde Sängerin«.

»Prima«, lautete die einfache Antwort. Damit war Viktorias zukünftiger Beruf beschlossene Sache.

 

Viktoria Nöltens Autobiografie

1. Aufzeichnung

Wenn ich die Augen schließe, sehe ich wieder die dicht belaubten Baumkronen über mir, höre die Stimmen der verschiedenen Vogelarten, beobachte, wie sie singend von einem Ast zum anderen fliegen, lausche dem Wind, wie er durch die verzweigten Äste rauscht. Diese Empfindungen konnte ich immer wieder aufleben lassen, ganz gleich wo ich mich gerade befand. Es ist meine Kindheit, meine Jugend, die mich ständig begleitet.

Wenn der Leser meine Autobiografie liest, meint er vielleicht, ich hätte sie an meinem Schreibtisch geschrieben. Dem ist nicht so, denn ich bin nicht mehr aus Fleisch und Blut, mein Herz, meine Lungen, meine Leber, haben ihre Tätigkeit längst eingestellt. Nein, das alles ist bereits erledigt, vorbei; ich bin nur noch Legende und meine damalige Stimme wird jetzt gewinnbringend vermarktet. Doch der Fantasie des Lesers möchte ich keine Schranken setzen, denn irgendwo befinde ich mich ja doch, habe die Möglichkeit, den Nachruf von Alwin Konrad kritisch unter die Lupe zu nehmen, und wo es mir notwendig erscheint, werde ich diesen korrigieren, berichtigen, ergänzen.



Viktoria

das Leben einer Sängerin

Taschenbuch 7,84 €

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Kurzbeschreibung

 

Die Geschichte handelt von Musik, Gesang und Bühne, vom künstlerischen Werdegang einer Sängerin, sowie von der Schwierigkeit, Karriere und Privatleben in Einklang zu bringen.

 

Doch die Erzählung beschränkt sich nicht auf nackte Fakten, sondern ist lebendig und spannend geschrieben. Der Leser kann sich mit dem Kritiker und Biografen Alwin Konrad und der Sängerin Viktoria Nölten in die Musikwelt Münchens und Mailands hineinversetzen, erlebt mit ihnen einen Musikwettbewerb des Bayrischen Rundfunks, sowie einen Abend an der Scala. Aber nicht nur von Musik ist die Rede, sondern auch vom Gesang der Vögel, vom Plätschern des Regens auf einen Sonnenschirm, von all dem, was Viktoria als Kind wahrzunehmen begann. Die Autorin erzählt auch von Viktorias Leidenschaften und ihrem Einfluss auf die Musik; denn die Liebe gehört zu uns Menschen wie das Brot und das Wasser, und schon aus diesem Grunde darf sie in keiner Geschichte fehlen - so die Meinung der Verfasserin.