Pianissimo

6 Geschichten ueber Lust-Erotik-Liebe


Pianissimo - Sechs Geschichten ueber Lust-Erotik-Liebe

Pianissimo

Sechs Geschichten über Lust-Erotik-Liebe

Taschenbuch 7,05 €

eBook 4,99 €

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Kurzbeschreibung

 

Die sechs Kurzgeschichten sind abwechselnd von drei Männern und drei Frauen, in der Ich-Form erzählt.

Joapira

Diese Erzählung handelt von einem Mann, der in jungen Jahren auswanderte und erst im Alter zu seiner Jugendliebe zurückfindet. Die Insel El Hierro mit ihrer traumhaften Natur bildet die Kulisse für diese Erzählung.

 

Träume

Schwerpunkt dieser Geschichte sind die unerfüllten Sehnsüchte im Sexualleben, sowie die Hemmungen, diese auszuleben.

 

Erscheinung

Kann man Liebe erzwingen? Natürlich nicht, sie kommt auf uns zu, wann es ihr passt. Urplötzlich erwachen in uns Gefühle zu einem Menschen, den wir seit Jahren kennen, aber nicht beachtet haben.

 

Ich liebe dich

Nach den zwei vorigen Erzählungen, die sehr viel mit Lust und Erotik zu tun haben, befasst sich diese mit einer übermächtigen, tief empfundenen Liebe. Eine alte Frau spricht zu ihrem verstorbenen Partner.

 

Wellen

Ein blinder Mann berichtet von seiner frühen Kindheit, bevor er sein Augenlicht verlor, und wie er auf einer Party Miriam kennen lernt.

 

Ausstrahlung

Eine kurze Erzählung über die Launenhaftigkeit der persönlichen Ausstrahlung - auch der erotischen - und ihre überwältigende Macht.


LESEPROBE

Vor Jahren schrieb ich diese Geschichten und besonders "Joapira" (die Handlung findet auf der kanarischen Insel El Hierro statt) liegt mir sehr am Herzen. Hier eine Leseprobe:

 

Joapira

 

Joapira kann alles Mögliche sein, vielleicht ist es eine duftende Blume, oder eine üppige Pflanze, ein Fluss, vielleicht ist es gar ein Schnaps, oder der Name einer schönen Frau; nein, all das ist es nicht - Joapira ist ein kleiner Lavaberg. Auf seinem schwarzen Gestein steht ein weißer Glockenturm. In der ganzen Golfebene der Insel El Hierro ist sein elektrischer kalter Klang zu hören. Am Abend, kaum dass die Sonne untergegangen ist, leuchtet sein weißes Neonlicht in die beginnende Abenddämmerung. Es ist die Zeit, in der der Turm sich immer mehr vom zunächst hellblauen, allmählich marineblauen, dann schwarzen Himmel abhebt; eine besinnliche Stunde für die Menschen in der Ebene. Es ist acht Uhr abends. Ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher hier auf der Insel einen Augenblick innehält, um diese abendliche Stimmung einzufangen, die Schläge zu zählen: Drei Mal, wieder drei Mal und dann noch zwanzig Mal wiederholt sich das Läuten, verstärkt von der steilen Felswand, welche die Golfebene wie ein Hufeisen zum Meer hin abgrenzt. In früheren Zeiten hätte ein Glöckner Tag und Nacht zu tun, denn nicht nur die Zeit wird verkündet, sondern auch das emsige Leben in der alten Kirche am Fuß des Joapira: Messen, Abendandachten, Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen werden mit ausdauerndem Gebimmel eingeläutet.
Von meiner Wohnung, die sich direkt gegenüber der Kirche befindet, konnte ich innerhalb von zwei Wochen zwei Beerdigungen beobachten. Während der Zeremonie verhielt sich die Menge ganz still, nahm ohne Dramatik daran teil. Es war kein tränenreiches Ritual, denn der Tod ist für die Menschen auf der Insel ein Teil ihres Lebens. Der blumengeschmückte Sarg wird nach der Messe, entweder von Männern in Uniform, oder von einem Auto, zu dem Friedhof am steilen Hang langsam getragen oder gefahren, so, dass die Menschen, die den Verstorbenen zu Fuß zu seiner letzten Ruhestätte begleiten möchten, den Anstieg schaffen können. Auch dies vollzieht sich schweigend, ohne Pomp. Nur wenige sind es, die diese Mühsal auf sich nehmen. Die große Menge wartet geduldig schweigend vor der Kirche, bis der Sarg aus ihrem Blickfeld verschwunden ist, und dann, zunächst verhalten, allmählich jedoch immer lebhafter, wird die Gelegenheit zu einem Schwätzchen vor der Kirche oder auf dem Kirchplatz, der Plaza de la Candelaria, wahrgenommen, wobei so mancher Herreño die Möglichkeit für einen Abstecher in die Bar nutzt, die gegenüber der Kirche liegt.
Die Hauptstraße macht um den Berg Joapira und seinem campanario (Glockenturm) einen scharfen Bogen, läuft an der Kirche, dem Platz mit den zwei Bars vorbei. Die scharfe Kurve bewirkt, dass vorüber fahrende Autos und Lastwagen ihre Geschwindigkeit enorm drosseln müssen. Gleich nach der Kurve - das wissen die Fahrer - befinden sich die einladenden Parkplätze vor den Bars, und da sie sowieso den Fuß vom Gaspedal nehmen müssen, können sie ja auch gleich eine Kaffeepause einlegen. Für diese kurze Fahrtunterbrechung lohnt es sich natürlich nicht, den Motor abzuschalten; dieser läuft und läuft, denn man konnte ja nicht wissen, dass sich in der Bar gerade ein guter Freund aufhielt, mit dem man doch länger über das letzte Fußballspiel diskutieren würde.
All das Treiben kann ich von meinem Balkon betrachten. Öfters, wenn ich gerade lesen möchte, werde ich verführt, hinunter zu schauen, um das dort herrschende Treiben zu beobachten. Manchmal lasse ich meinen Blick über die Landschaft schweifen, hänge dabei meinen Gedanken nach, erinnere mich an dies und jenes.
Heute, hier in El Hierro, bin ich nur Tourist - damals aber, vor vielen Jahren, gehörte ich ganz dazu, denn meine Wurzeln liegen in dieser Insel, meine Ahnen sind Herreños, ich bin hier geboren und aufgewachsen. In jungen Jahren verließ ich El Hierro, ging nach Deutschland, baute mir dort eine Existenz auf, gründete eine Familie. Meine Frau liegt seit einigen Jahren in einem mit Blumen geschmückten Grab in Deutschland, um dessen Pflege ich mich nicht mehr kümmern muss, denn dies haben mir meine Kinder und Enkelkinder abgenommen. Überhaupt, ich habe jetzt viel Zeit und hoffe, noch einige Jahre vor mir zu haben. Und nun sitze ich hier, lese viel, beobachte die Menschen da unten, surfe in meiner Vergangenheit, wie die Jugend heutzutage im Internet. So manches aus früherer Zeit gefällt mir, aber einiges ist weniger schön, hat all die Jahre zentnerschwer auf meinem Gewissen gelastet. Heute leiste ich mir den Luxus, diese Bürde beiseite zu schieben, damit befreie ich mein Gewissen aus der Knechtschaft, denn ich weiß, meine Zeit wird nicht ausreichen, all den von mir verursachten Müll zu recyceln.
Und während ich hier sitze, oder umherwandere, sehe ich dich klar und deutlich, merke, dass du noch immer in meinem Herzen bist, obwohl ich damals, als wir noch jung waren, dir nicht erlaubt habe, dich in ihm einzunisten. Ich habe dir nie gesagt, dass ich dich liebe, dass du die erste Frau warst, für die ich wirkliche Liebe empfunden habe. Ich war zu ehrgeizig, hatte große Pläne, wollte zu Reichtum gelangen, wollte dem beschwerlichen Leben auf der Insel den Rücken kehren, und um das zu erreichen, verließ ich dich, ging nach Deutschland. Dort bekam ich das, was ich mir vorgenommen hatte, heiratete auch eine deutsche Frau, mit der ich mich gut verstand und die obendrein ein gutes Einkommen hatte. Auch sie liebte ich, aber nicht mit dieser einmaligen Frische, wie ich sie damals für dich empfand. Meine Frau und ich waren miteinander glücklich, so glücklich, wie es eben das Leben erlaubt. Auch meine Kinder sind in Ordnung, es sind gute Menschen geworden. Ich kann also restlos zufrieden sein. Beeinflusst von der gegenüberliegenden Kirche, dem Glockenturm mit seinem Gebimmel, sage ich, der nicht Gläubige: Gracias a Dios (Gott sei's gedankt), und merke mit Erstaunen, dass ich wieder zu meiner Muttersprache zurückgefunden habe, dass längst vergessene Wörter mir wieder einfallen.

 


Leseprobe Träume aus meinem Buch Pianissimo
Leseprobe Träume aus meinem Buch Pianissimo
Lesung Otterfinger Kulturwoche
Lesung Otterfinger Kulturwoche

Aus einer früheren Ausgabe von "Pianissimo - Sechs Geschichten über Lust-Erotik-Liebe" habe ich "Träume" vorgelesen


Artikel aus dem "Holzkirchner Merkur"


Artikel aus dem "Zwönitzer Wochenblatt"


25.01.2017

Rezension von Johanna im Blog "lesenswert" vom Seniorentreff

 

Diese sechs Geschichten über Lust, Erotik und Liebe habe ich mit Genuss gelesen. Und wieder stand für mich ein Vergleich mit meinem Leben dahinter. Der alte Mann der seine Jugendliebe wieder trifft um herauszufinden ob er denn alles in seinem Leben richtig gemacht hat – damit schenkt er seiner Jugendliebe noch ein paar schöne Tage. Träume, die man ein Leben lang hegt und pflegt, die niemals wahr zu werden scheinen …..und doch irgendwann Erfüllung finden. Das kleine Wörtchen „ich liebe Dich“ das sich wie ein Faden durch die Geschichten zieht – denn alles hat mit der Liebe zu tun – mit der Liebe zum Nächsten.


Leseprobe aus der Erzählung "Träume"

 

Ich traue mich nicht, meine Wünsche zu äußern, bewege mich deswegen in meinem Liebesleben im üblichen Rahmen. Manchmal denke ich, es ist das nicht ausgelebte Verlangen, was meine Lust und Erotik, aufrecht hält. Könnte ich all meine Wünsche in die Tat umsetzen, würden sie vielleicht ihre Zauberkraft einbüßen, bewahre ich sie jedoch in meiner Fantasie, bleiben sie mir unverändert erhalten.

Und doch ist der starke Drang vorhanden, meine Wünsche aus dem Land der Träume in die Wirklichkeit zu bringen. Das ist auch der Grund, weshalb ich von einer Beziehung in die andere gerate, denn ich hoffe, endlich den Mann zu finden, der meine Träume wahr macht. Nur, es vergehen die Jahre, aber kein Mann begehrt, ich solle mich nach dem Rhythmus einer einschmeichelnden Musik langsam ausziehen und einen privaten Striptease hinlegen. Ich frage mich, warum ich mir einen solchen Striptease so intensiv wünsche; die Antwort lautet: Ich möchte die Wärme eines Mannesblickes auf meinem Körper spüren, so als ob er meinen ganzen Körper mit seinen Händen und seinem Mund erkunden würde. Die zweite Frage, die ich mir stelle, ist: Wenn es mich zu einem Striptease so stark gelüstet, warum führe ich ihn nicht einfach auf? Nein, das will ich nicht, ich möchte, dass mein Partner das gleiche Verlangen spürt, denn darin besteht ja gerade der Reiz, nur dann können erotische Gefühle in uns beiden entstehen. Vielleicht ist es so, dass Männer keine Fantasien dieser Art brauchen, sie wollen ihre Begierde immer recht schnell befriedigen, oder sie warten, dass der Impuls von der Partnerin kommt. Kein Wunder, dass mein Wunsch nie in Erfüllung geht, ich ihn beim Liebesspiel weiterhin nur in meiner Fantasie erlebe.

Eines Tages kam ich auf den dummen Gedanken, folgende Anzeige aufzugeben: Möchte Mann mit Fantasie in der Liebe kennen lernen.

 

Wie es weitergeht erfährst du in meinem Buch "Pianissimo"...