Marisol und Jorge - Eine Liebe auf Gran Canaria


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16.01.2018

Leseprobe: "Marisol und Jorge - Eine Liebe auf Gran Canaria"...

Während die Männer unten mit dem Feuer und dem Rum beschäftigt sind, schwatzen die Frauen oben auf der Terrasse im Schatten der Pergola wo bereits Rebentrauben herunter hängen, allerdings noch klein und quietsche grün. Von Zeit zu Zeit rufen sie den Männern etwas zu, wie zum Beispiel: „Wenn ihr so weitermacht, wird die Paella erst am Abend fertig sein.“

Marisol sitzt flankiert von zwei Freundinnen auf der niedrigen Mauer die die Terrasse abgrenzt als die Klingel der Eingangstüre schrillt. Sofort fängt der Hund an zu bellen und rast die steile Treppe hoch. Der Hausherr geht zu der Sprechanlage und nachdem er sich vergewissert hat, dass es noch ein verspäteter Besucher ist, drückt er auf den Türöffner und geht dem Ankömmling entgegen. Marisol sieht geistesabwesend zur Treppe und plötzlich wird sie rot wie ein Granatapfel. Es ist Don Jorge Silas der mit dem Hausherrn herunter zur Terrasse kommt. Don Jorge begrüßt zunächst die Frau die neben Marisol sitzt und erst dann wendet er sich Marisol zu und schaut ihr tief in die Augen.

„Guten Tag Doña Marisol, was für ein Zufall.“

„Don Jorge, ich wusste gar nicht, dass sie Paco kennen. Das ist tatsächlich eine Überraschung.“

„Ich kenne Paco schon sehr lange, habe mich bemüht ihn für meine Finca zu begeistern, aber er möchte seinen jetzigen patrón nicht in Stich lassen. Verständlich! Außerdem haben wir regelmäßig geschäftlich zu tun. Er hat mich für heute eingeladen, und da ich sein Haus noch nicht kenne, dieses mir aber schon lange einmal anschauen wollte, habe ich zugesagt.“

„Ihr seid hier die Einzigen die sich in der Höflichkeitsform anreden; hört damit auf, das klingt zu komisch“ sagt Paco.

„Ich habe nichts dagegen“ sagt Don Jorge. Und schaut sie weiterhin intensiv in die Augen.

„Einverstanden“ erwidert Marisol mit brüchiger Stimme.

Jorge wendet sich an Paco, hört auf, Marisol in die Augen zu schauen und sagt: „Wo ist denn deine Frau? Ich möchte sie begrüßen.“

„Lucia ist da unten bei den Kindern am Schwimmbecken. Und die Gambas die du mitgebracht hast, kannst du dort unten bei den Männern, die irgendwann vielleicht eine Paella zustande bringen, abliefern.“

Jorge entfernt sich.

Marisol stößt einen Seufzer aus und sagt:

„Uff, dieser Mann bringt mich ganz schön durcheinander.“

Paco tritt auf sie zu und flüstert ihr ins Ohr:

„Nur damit du im Bilde bist: Ich rief Jorge an und lud ihn ein, nachdem ich mitbekommen habe, wie angeregt du von ihm am Strand erzählt hast. Zunächst lehnte er die Einladung mit irgendeinem erfundenen Vorwand ab. Als ich ihm aber sagte, dass Kommissarin Marisol auch von der Partie sein würde, lachte er, und nahm die Einladung an.“

Und wieder schoss eine Röte in Marisols Gesicht. „Was ist nur mit mir los? Ich bin doch kein Teenager mehr“ denkt Marisol. Dieser Mann übt eine Anziehungskraft auf sie aus, wie sie es bisher noch nie erlebt hat.

Marisol merkt gar nicht, dass sie seit geraumer Zeit alleine auf der Terrassenmauer sitzt. Die meisten sind unten um die große, und inzwischen fertige Paella versammelt. Oder sie sitzen um den runden Tisch auf der Terrasse und genießen die köstlich duftende Paella mit einem Glas Rotwein.

„Marisol, ich bringe uns zwei Teller mit Paella. Wenn du noch lange wartest um dir einen Teller zu füllen, wird nichts mehr da sein. Hier, nimm.“ Jorge reicht ihr einen Teller mit Paella auf der drei Garnelen und einige große Muscheln thronen. „Passt du auf meinen Teller auf? Ich hole uns noch zwei Gläser Rotwein.“

Mit diesen Worten stellt Jorge seinen Teller neben Marisol auf die Mauer und geht in die Küche um den Wein zu holen. Kurz danach kommt er zurück und setzt sich neben sie auf die Mauer. „Ein wenig unbequem ist es schon hier ohne Tisch zu essen, aber dort ist kein Platz mehr für uns beide, außerdem sind wir hier ungestört. Ich finde es gut so, und du?“

Er sagt das so nebenbei, ohne sie anzuschauen und fängt an, seine Paella zu essen. Marisol erwidert nichts, sondern steckt sich eine Gabel voller Reis in den Mund.

„Ja, ich weiß, es ist sicherlich für dich nicht einfach hier mit mir zu sitzen und zu plaudern. Gestern noch warst du beruflich in meinem Haus, musstest dich vergewissern, dass Julia nicht misshandelt wird, und heute sitzt du neben Julias Vater und bist mit ihm per du. Essen wir einfach schweigend unsere Paella und stoßen wir mit unseren Weingläsern an.“

Er nahm sein Glas, hielt es ihr auffordernd entgegen und schaut ihr wieder tief in die Augen.

„Du hast Recht, ich muss erst mein berufliches Interesse an dir und deiner Familie überwinden. Also, dann: salud (Prost).“

„Salud. Auf unsere beginnende Freundschaft.“

Danach essen und trinken sie ohne zu sprechen und schauen einfach nur den anderen zu. Auch diese schweigen überwiegend und genießen die Mahlzeit.

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Leseprobe aus meinem Roman "Marisol und Jorge - Eine Liebe auf Gran Canaria".

In meinen Romanen fehlt nie die Liebe, denn sie gehört zu uns Menschen und sollte nie Tabu sein...

 

"Am vergangenen Donnerstag hatte sie Jorge zum ersten Mal gesehen und heute, am Sonntag darauf, sitzt sie neben ihm im Flugzeug und fliegt mit ihm in eine Art Flitterwoche nach El Hierro. Wie war das möglich? Hätte man ihr das vorausgesagt, hätte sie nur darüber lächeln können. So etwas gibt es nicht. So etwas gibt es nur in sch...nulzigen Romanen und Filmen.Sie fliegen gerade über die drei Berge der Isleta im Norden von Gran Canaria und wenige Minuten später ist von der Insel nichts mehr zu sehen. Der Atlantik liegt unter ihnen, intensiv blau, und an diesem Tag sogar friedlich.Marisol hat die ganze Zeit zum Fenster hinaus geschaut. Nun wendet sie den Kopf und blickt zu ihrer Hand die auf ihrem linken Schenkel liegt und die Jorges kräftige Hand umfasst. Als er merkt, dass sie auf beide Hände schaut, führt er Marisols Hand zum Mund und küsst ihre Fingerspitzen. Ein wohliger Schauer durchströmt ihren Körper und wenn sie mit ihm alleine gewesen wäre, hätte sie laut wie eine Katze geschnurrt.Wie sieht ihrer beider Zukunft aus? Diesen Gedanken schiebt sie schnell beiseite, damit will sie sich im Augenblick nicht befassen, sie will einfach nur diese Woche mit ihm genießen. Vielleicht würde es in ihrem Leben die einzige Woche werden, in der sie hundertprozentig die Liebe fühlen, genießen kann. Diese Woche mit Jorge empfindet sie als ein großes Geschenk. Ein Geschenk, an das sie noch im hohen Alter denken könnte. Sie nimmt sich vor, jede Minute, ja jede Sekunde mit ihm in ihrem Inneren aufzubewahren."


 

Leseprobe aus dem 2. Kapitel:

Bei Tisch


„Papa, hast du heute wieder einen Mörder verhaftet?“
„Marisol“ sagt die Mutter, „lass deinen Vater in Ruhe essen, er muss ja nicht die draußen herrschende schreckliche Welt mit in unser Haus bringen. Du solltest lieber deinen Teller leer essen und nicht nur darin herumstochern.“
„Ich mag aber keinen Fisch“, erwidert Marisol, „ich will lieber wissen, wie der Mörder aussieht und wen er getötet hat.“
„Du weißt ja noch gar nicht, ob dein Vater einen Mörder gefasst hat.“
„Eben, deswegen muss ich ihn ja fragen.“
„Ramona“ mischt sich jetzt Don Augusto ein, „lass Marisol doch ruhig fragen. Es ist nicht gut eine natürliche Neugierde bei einem Kind zu unterdrücken. Außerdem, hier in diesem Haus interessiert sich außer Marisol niemand für meine Arbeit.“
Dabei lässt der Vater seinen Blick über die drei Anwesenden streifen. Außer Doña Ramona und Marisol, sitzt noch der Sohn des Hauses mit gelangweiltem Blick am Tisch. Er ist Marisols großer Bruder Eduardo und da er beträchtlich älter ist als sie, kehrt er seine Überlegenheit erheblich heraus. Er weiß, dass er damit Marisols Wut entfacht, und das vergnügt ihn ungemein.
Er sagt: „Ich glaube Mama hat Recht. Marisol ist noch viel zu klein, um sich mit solchen Scheußlichkeiten zu befassen.“
Wutentbrannt schaut Marisol ihren Bruder an, streckt ihm die Zunge raus und sagt: „Du bist echt doof.“
Es folgt ein heftiges Wortgeplänkel zwischen den beiden. Sie sind so erregt, dass ihre Teller unberührt bleiben.
Da sagt Don Augusto: „Schluss jetzt, bei Tisch wird nicht gezankt. Ihr solltet dem Essen von Mama mehr Beachtung schenken, denn es schmeckt vorzüglich.“
„Aber Papa, Mama hat doch das Essen gar nicht gekocht, sie kann ja gar nicht kochen, Tina ist doch die Köchin.“ Dabei schaut sie ihre Mutter frech an.
„Marisol, ich glaube deine Mutter hat solche Worte nicht verdient. Gewiss, Tina kocht für uns, aber deine Mutter hat mit der Familie und dem riesigen Haus Arbeit genug. Aber ich möchte jetzt doch dein Wissensdrang befriedigen. Ja, ich habe heute einem Mörder die Handschellen angelegt. Er hat seine Frau aus Eifersucht umgebracht.“
„Wieso habt ihr ihn nicht vorher, bevor er die Frau getötet hat, ins Gefängnis gesteckt? Die arme Frau, jetzt nützt es ihr ja nicht mehr, dass du ihm Hand-schellen angelegt hast. Du hättest es viel eher machen sollen. Ist das der Mann aus Agaete?“
„Ich finde, du solltest wirklich nicht mit Marisol darüber reden, schließlich ist sie erst fünf“ sagt Doña Ramona.
„Mujer“ (Frau), „lass es gut sein. Wenn sie sich dafür interessiert, sollten wir es nicht unterdrücken. Außerdem hat sie Recht. Hinweise auf die Gewalttätigkeit des Mannes hatten wir. Es wäre unsere Aufgabe gewesen, die Frau besser zu schützen.“
„Das sage ich ja die ganze Zeit“ erwidert Marisol, „wenn ich groß bin werde ich Detektivin und du wirst sehen, es werden keine Morde mehr geschehen.“
„Ich habe es gewusst, du bist eine Schnüfflerin“ sagt Marisols Bruder.
Inzwischen hat die Mutter so ein verdrießliches Gesicht aufgesetzt, dass sogar Marisol das Thema fallen lässt und schweigt. Während sie brav ihren Teller aufisst, lässt sie ihre Blicke durch das Esszimmer schweifen. Sie liebt die langen Mittagessen im Kreise der Familie. Ihre Lieblingstante Jacinta ist auch öfters bei den Mahlzeiten dabei und meistens ergreift sie für Marisol Partei. Es gibt allerdings Tage, an denen diese Zusammenkünfte der Familie um den langen Tisch, der eigentlich für mindestens zwölf Personen konzipiert ist, sehr steif und formell verlaufen. Das kommt vor, wenn der Vater von seiner Arbeit erschöpft nach Hause kommt, er über einen schweren Fall grübelt und kaum ein Wort heraus bringt. An so einem Tag hat Doña Ramona das Sagen. Sie stammt aus einer sehr reichen Familie, wo es sehr konventionell und streng zugegangen ist. Das hat sie geprägt. Marisol bringt die Köchin so manches Mal zum Lachen, weil sie das vornehme Getue ihrer Mutter nachahmt. Ihr Vater ist da ganz anders. Er ist im Hafenviertel geboren und aufgewachsen und er hat es durch harte Arbeit bis zum Hauptkommissar von Vegueta gebracht.


  

Rezension von Uwe Schneider, Autor aus Zwönitz.

Er hat sehr viele Bücher, teils in Mundart, geschrieben

und dazu noch einen Roman der sich mit dem Alltagsleben zu DDR Zeiten befasst "Kathi unter Männern"...

 

Rezension von Uwe Schneider, Autor:
Liebe, Spannung, neue Einblicke und Eindrücke


Ein Buch, das unterhält, zugleich aber informiert. Wer kann schon besser Gran Canaria, die Schönheiten der Natur und Landsc...haft, aber auch den unverwechselbaren Menschenschlag auf dieser Insel schildern, als die Autorin, sozusagen ein adoptiertes Kind dieser südlichen Region. Kriminal- und Liebesromane stapeln sich zu Hauf in den Regalen unserer Buchhandlungen. Im vorliegenden Fall unterscheidet sich Karin Steinberg-Berges Buch durch den lokalen Kolorit, den Landschaft und Sprache vermitteln. Für mich soll das Buch eine Anregung für Ferien auf dieser schönen Insel sein. Da soll mir "Marisol und Jorge - Eine Liebe auf Gran Canaria" nicht nur der beste Reiseführer, sondern auch ein vortrefflicher Unterhalter sein.


  

Sabine Ursula No Bonnekamp hat mein Buch gelesen und mir eine Nachricht bei Facebook.de geschickt,

die ich mit ihrer Erlaubnis weiter geben darf:


"Karin, dein Buch "Marisol und Jorge - Eine Liebe auf Gran Canaria" ist wunderschön! Ein bisschen Krimi, ganz viel Liebe und du hast das Thema Autismus super dargestellt. Ein wunderschöner Roman. ... ich kann nur mit bester Kritik weiter empfehlen. ... Super schön!"