"Die rote Antilope"

von

Henning Mankell

Eines der besten Bücher, die ich gelesen habe

 

Mit diesem Buch übertrifft sich Henning Mankell.

Es ist kein Krimi, sondern die Geschichte eines jungen Biologen mit Namen Bengler der nach Afrika fährt um dort unbekannte Insekten zu entdecken. Auf dieser Reise begegnet er einem 8jährigen dunkelhäutigen Jungen, der seine Eltern auf tragische Weise verloren hat. Diesen nennt er Daniel, denn er weiß noch nichts über ihn, weiß nicht, dass er eigentlich Molo heißt. Als er mit seinen Insekten nach Schweden zurückkehrt, nimmt er Daniel mit und gibt ihn als seinen Sohn aus. Er möchte dem Jungen eine bessere Zukunft geben, als die, die er in Afrika haben würde.

 

Zunächst lässt Mankell nur durch seine Figur Bengler die Geschehnisse erzählen, aber schon im 2. Teil, auf Seite 117, kommt durch Daniel eine ganz andere Sicht in die Erzählung. Es ist seine Geschichte. Eine traurige Geschichte, in der ein afrikanischer Junge aus seiner gewohnten Umgebung in ein Land versetzt wird, indem er nicht zurecht kommt. Vielleicht kann ich seine Sehnsucht, sein Heimweh, so gut verstehen, weil ich selber mit 17 Jahren aus meiner vertrauten Umgebung auf Gran Canaria herausgerissen wurde.

Das Wort "Heimweh" drückt es perfekt aus. Es ist tatsächlich körperlicher Schmerz den man empfindet, so stark, dass man daran verzweifeln kann. Daniel/Molo macht diesen Schmerz durch und da er mit dem Schiff nach Schweden kam, versucht er verzweifelt auf der Wasseroberfläche zu gehen, so wie Jesus es

konnte.

 

Es ist eines der besten Bücher die ich gelesen habe, aber auch eines der traurigsten. Wer es liest, muss sich darauf einlassen können.

 

K.St.B. 11.01.2007

 

Die rote Antilope von Henning Mankell