"Das vierte Opfer"

von

Hakan Nesser

 

Heute, den 25.06.16, habe ich den Kriminalroman "Das vierte Opfer" von Hakan Neeser zu Ende gelesen. Sehr viele Markierungen sind entstanden. Hakan Nessers Gedanken und Sprache begeistern mich immer wieder. Es sind Gedanken die sich nicht nur sehr gut in die Geschichte die er erzählt integriert, sondern es sind auch Gedanken die der Leser in sein eigenes Leben mitnehmen kann. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, gebe ich hier einige von meinen Markierungen aus diesem Buch wieder:

 

  • >Der Tag, an dem man sich nicht einmal für kurze Zeit mit dem beschäftigen kann, was einem wirklich am Herzen liegt, der Tag ist ein verlorener Tag.<
  • >Es war, als würde dieser ganze Fall hier eigentlich gar nicht existieren. Oder als würde er auf der anderen Seite einer Wand vor sich gehen, einer undurchdringlichen Panzerglasscheibe, durch die er nur unscharf eine Menge unbegreifbarer Menschen und Handlungen erkennen konnte, die langsam nach einer Choreographie abliefen, die er nicht verstand.<
  • >Er wollte einen Rahmen um all das Zeitlose und Gewaltige bilden, das draußen am Uferband unter dem Himmel immer nur wuchs und wuchs. - War es ganz einfach schwieriger, Dinge hier draußen am Meer in den Griff zu kriegen? Besagte dieser unendliche graue Spiegel, dass alles unbegreiflich war und nicht mehr zu meistern... dass dieser Fall deshalb so erschreckend hoffnungslos war? Reinhart würde ganz sicher behaupten, dass genau hier - wo Land, Meer und Himmel aufeinandertrafen - jedes Ding erst sein wahres Gewicht und seine echte Bedeutung bekäme.<
  • >Auch das lag wie im Nebel. Äußerst unklar, eine plötzliche Witterung, die sich ebenso schnell wieder verlor, wie sie gekommen war, die aber dennoch eine Kerbe ins Gedächtnis geritzt hatte.<
  • >Wir bekommen vom Leben gewisse Dinge auferlegt... Wenn wir den Auftrag nicht annehmen, versteinern wir, das ist gar keine Frage des Willens...<

 

Aber nicht nur die Sprache ist Hakans Stärke, sondern auch die Handlung ist äußerst spannend geschrieben. Sie spielt in Kaalbringen, eine Küstenstadt in Schweden. Sowohl die Stadt mit seinem Hafen und Strand, wie auch die Haupt- und Nebenfiguren, beschreibt Nesser so, dass man meint, man ist mit ihnen in Kaalbringen.

 

 

Meine Empfehlung: Äußerst lesenswert

  

Karin Steinberg-Berge – 25.06.2016 

 

Das vierte Opfer