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Das Paradies von Barbara Wood

Rezension für „Das Paradies“ von Barbara Wood

Karin Steinberg-Berge 09.08.2004

 

Treten wir ein in das Haus der Raschids, Paradies-Straße, Kairo

 

Mit diesem Roman beweißt Barbara Wood wieder einmal, dass sie zu den besten Erzählerinnen unserer Zeit gehört. Der Leser lebt mit ihren Figuren in dem großen Haus in der Paradies-Straße in Kairo, erlebt auch mit dieser Familie die Geschichte Ägyptens ab 1945. Ist Khadija, die Großmutter der Raschids, noch eine strenge Verfechterin der konventionellen Lebensform, so widersetzen sich die heranwachsenden Enkelinnen immer mehr ihrer Macht und gehen ihren eigenen Weg.

 

Barbara Wood, obwohl man deutlich merkt, dass sie für die Gleichberechtigung der Menschen ist, schreibt nie mit erhobenem Finger, sagt nie, das sind die Bösen, oder das sind die Guten - sie erzählt ganz einfach, wie das Leben der Ägypter war und wie es sich mit der Zeit gewandelt hat.

 

Wir Menschen werden in unserer Kindheit und Jugend von unserer Umgebung geprägt, von der Familientradition in der wir aufwachsen, von dem Essen, von den Gerüchen die uns Tag für Tag bis ins Erwachsenendasein begleiten, und wenn wir uns von all dem entfernen, oder entfernen müssen, so wie Amira in Barbara Woods Roman, so bleibt doch die Sehnsucht nach dem Verlorenen erhalten, wird mit den Jahren immer stärker, und wir können verstehen, wenn Amira in das Land zurückgeht, in dem sie so viel Leid hat ertragen müssen.

 

Meine Beurteilung: Sehr empfehlenswert - man legt dieses Buch nicht mehr aus der Hand!

 


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