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An fernen Küsten von Kristin Hannah

Rezension „An fernen Küsten“ von Kristin Hannah

 

Mit 45 Jahren steht Birdie plötzlich mit leeren Händen da

 

Birdie und Jack verlieben sich in jungen Jahren und gründen eine Familie. Es funktioniert wunderbar. Lebens-Stürme und viele Umzüge, die durch Jacks Job nötig waren, haben sie Dank Birdie mühelos überwältigt. Der ganze Haushalt, ihre zwei Töchter und Birdie sind immer mitgezogen. Irgendwann ziehen ihre zwei Töchter aus der Gemeinsamkeit um zu studieren. Und wieder steht ein Umzug an. Aber mit 45 Jahren bleibt plötzlich Birdie stehen. Sie will ihr gemeinsames Haus am Meer nicht gegen eine anonyme Wohnung in New York austauschen. Aber es ist nicht nur dieses ewige Umziehen das Birdie veranlasst stehen zu bleiben und NEIN zu sagen. Es ist die Leere in ihr, in IHREM Leben, die sie nicht mehr ertragen kann. Sie liebt zwar Jack immer noch, aber sie kann die Worte „Ich liebe dich“ nicht mehr aussprechen, nicht mehr aus Jacks Mund hören. Diese 3 Worte sind bereits in ihrem Leben zur Routine geworden. Sie entsprechen zwar der Wahrheit, aber das Aussprechen dieser Worte geht im Alltag unter, sie gehören einfach nur noch dazu.

 

Das was Birdie erlebt, haben tausende von Frauen in den vergangenen Jahrhunderten erlebt. Ich bin 1936 geboren und müsste eigentlich auch dazugehören. Aber ich habe bereits mit 17 Jahren erkannt, dass ich zwar eine Großfamilie wie meine beste kanarische Freundin Rita haben möchte, aber ich möchte auch meinen eigenen Unterhalt verdienen, möchte von einem Ehemann nicht abhängig sein. Ich habe tatsächlich eine Großfamilie gegründet, war immer in erster Linie für sie da, aber mich habe ich nicht vernachlässigt. In meinem Buch „Sara und Anna – Begegnung auf Amrum“ habe ich mich wörtlich mit dieser Frauenproblematik auseinandergesetzt. Und ich bin sehr glücklich darüber, dass Frauen in der heutigen Zeit viel selbstständiger sind und ihr eigenes Ich pflegen.

 

Dieses Buch zu lesen ist keine leichte Kost…

 

 

ABSOLUT EMPFEHLENSWERT !!!

 

Karin Steinberg-Berge 19.02.2018 

 


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