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El Corredor von Wolfgang R. Zissler

Rezension für „El Corredor“ von Wolfgang R. Zissler

 

Marc rennt in der Sierra, um innerlichen Frieden zu bekommen

 

"El Corredor" ist so bildhaft geschrieben, dass die Farben der Sierra lebendig werden, man mit Marc durch die einsame Landschaft läuft und so wie er, die gleichmäßig angepflanzten und uralten Olivenbäume zählt. Auch neigt man dazu, ihm helfen zu wollen, wenn seine Hustenanfälle ihn würgen; ein Symptom, weil Marc nicht mit seiner Vergangenheit klar kommt. Diese innerliche Zerrissenheit, steht im krassen Kontrast mit der Ruhe, die die Landschaft um ihn herum ausstrahlt. Aber genau diese absolute Ruhe sucht Marc, um innerlichen Frieden zu finden.

Auch die Freundschaft mit Diego ist sehr gut beschrieben. Vielleicht verstehen sich die beiden so gut, weil auch Diego eine Vergangenheit hat, die er genauso wenig wie Marc bewältigen kann. Beide kapseln sich vor der Menschheit ab, beide fühlen sich erst dann wohl, wenn sie die extreme Einsamkeit der Sierra um sich haben.

 

Karin Steinberg-Berge 09.08.2004


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