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Kathi unter Männern

Rezension über das Buch „Kathi unter Männern“ von Uwe Schneider

 

Uwe Schneider, Jahrgang 1943, Journalist, nach Eintreten für den Prager Frühling bis zur Wende unter Berufsverbot und von 1990–2008 Bürgermeister der Stadt Zwönitz, schrieb 1962 seine erste Erzählung. Von 2001–2008 schilderte er in acht Mundartbüchern sein Leben. Bekanntestes Werk: „Das erzgebirgische Dekameron“ (2006) 2004 wurde ihm der Preis des Kulturraums Erzgebirge „Kammweg“ zuerkannt. Seiner Feder entstammen mehrere Chroniken seiner Heimat sowie genealogische Arbeiten. Im vorliegenden Roman wird ein Kapitel DDR-Geschichte lebendig.

 

Aus Kathi’s Mund wird DDR Geschichte lebendig

 

Geschichtliche Informationen müssen nicht langweilig und trocken daher kommen. Möchte man Hölderlins Lebensgeschichte erfahren, so kann man das Buch über ihn von Peter Härtling lesen. Möchte man eine Biographie von Goya lesen ohne dabei einzuschlafen, so greife man zu dem Buch von Lion Feuchtwanger. Möchte man den Alltag in der ehemaligen DDR von 1945 bis zur Wende in spannender Form lesen, empfehle ich das Buch von Uwe Schneider -Kathi unter Männern-. Uwe Schneider weiß von dem was er schreibt. Journalistisches Können ist die Voraussetzung für seinen Roman. Und den Namen Roman verdient sein Buch, weil er DDR Geschichte durch Kathis Mund gekonnt und erzählerisch lebendig werden lässt. Obwohl das Geschriebene leicht zu lesen ist, leicht vielleicht sogar im Sinne von unterhaltsam, so spürt man trotzdem die ganze Tragik der Nachkriegszeit. Für die Menschen hinter der Mauer haben zwar die Schrecken des Krieges allmählich so wie im Westen Deutschlands aufgehört, aber andere belastende Einschränkungen mussten hingenommen werden, teils freiwillig, teils weil sie manipuliert wurden, teils unfreiwillig wenn sie nicht eingesperrt werden wollten.

Eine Wiederholung der Schrecken in der Vergangenheit kann man nur vermeiden, wenn es Menschen gibt, die ihre Kunst dazu benutzen, auch Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen so wie Uwe Schneider.

 

Karin Steinberg-Berge 02.11.2013


ANMERKUNG: Das Buch gibt es leider nur antiquarisch...

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